Heute will ich mich einmal der Nachtfotografie widmen und hierbei auf eine ganz spezielle Aufnahmetechnik HDRI eingehen. HDR (High Dynamic Range) bietet die Möglichkeit den Kontrastumfang einer Aufnahme zu erweitern.
In diesem Teil möchte ich auf die Einstellungen an der Kamera eingeben und worauf man beim fotografieren achten sollte.
1. Vorbereitungen
Die Kamera sollte auf jeden Fall auf einem Stativ stehen. Ich verwende hierzu ein Manfrotto Stativ da ich diese für sehr stabil halte und diese zudem über eine eingebaute Wasserwaage verfügen an der ich die Kamera gut ausrichten kann.
Anschließend sollte man, wenn möglich eine Fernbediendung (mit oder ohne Kabel) verwenden um die Kamera bei der Langzeitbelichtung nicht berühren zu müssen. Wichtig bei Objektiven mit integriertem Bildstabilisator: Diesen bei Nutzung auf einem Stativ ausschalten da sonst unscharfe Bilder vorprogrammiert sind.
2. Einstellungen an der Kamera
Der ISO Wert sollte bei 100 liegen um das Rauschen so gering wie möglich zu halten. Der Aufnahmemodus der Kamera sollte auf Manuell gestellt werden. Als Blende empfehle ich hier einen Wert ab Blende 8 aufwärts. Meistens liegt der Blendenwert bei meinen Aufnahmen im Bereich Blende 11. Je Höher die Blende desto deutlicher ist der Sterneffekt bei Lichtern (siehe Foto des Dockland Hamburg)

Nun fokussieren Sie Ihr zu fotografierendes Objekt an und stellen die Belichtungszeit entsprechend ein. Schalten Sie nun nach dem fokussieren die Autofokus aus und verändern Sie nun nicht mehr die Brennweite. So ist sicher gestellt dass auf allen Bildern die gleiche Tiefenschärfe anliegt.
Für ein HDR brauchen wir am besten 3 Bilder, eines mit normaler Belichtung, eines mit Über- und eines mit Unterbelichtung um auch die dunklen und hellen Stellen des Motives in guter Qualität als Grundlage zu haben.
Eine Belichtungsreihe kann entweder manuell eingestellt werden, indem man die Belichtungszeit von Hand ändert (+1 Blende, -1 Blende und optimaler weise auch +2 und -2 ablichten) oder man nutzt die Funktion AEB (bei Canon) um automatische Belichtungsreihen zu erstellen. Hier wird im Menü die Spreizung eingestellt und mit “SET” bestätigt. Die Belichtungszeiten für die nächsten 3 Fotos stellt die Kamera selbst ein. Dieses kann einmal mit -1 – 0 – +1 gemacht werden und anschließen -2 – 0 – +2 um genügend Material zur Verfügung zu haben.
Den Weißabgleich kann man entweder auf Automatik belassen oder einen anderen auswählen. Ich verwende oft den Weißabgleich “Kaltlicht” um z.B. in der blauen Stunde satte Blautöne zu haben.
Für perfekte Qualität sollte man auf jeden Fall das RAW Format nutzen. So kann notfalls auch nachträglich der Weißabgleich umgestellt werden.
3. Aufnahmen erstellen
Nun sind wir bereit und können die Aufnahmen durchführen. Die Kamera macht nun im ersten Durchgang 3 Fotos mit einer normalen Belichtung, einer Blende darunter (-1) und einer Blende darüber (+1). Anschließend verstelle ich die Einstellung der Belichtungsreihe und nehme erneut eine Belichtungsreihe auf mit zwei Blenden drunter (-2), einer normalen Belichtung und zwei Blenden drüber (+2).
Nun habe ich genug Material um es in Photomatix, Photoshop oder ähnlichen HDR Programmen zusammen zu fügen und final zu bearbeiten. Die Bildbearbeitung für ein HDRI erkläre ich in einem anderen Kapitel.